28. August 2008 Seminar Herz-Jesu 
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Fünfzehn Regeln zum Umgang mit Irrlehrern
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Fünfzehn Regeln zum Umgang mit Irrlehrern

Zum Fest des heiligen Kirchenvaters Athanasius, des Kämpfers gegen die Häresie. Aus der Heiligenlegende von P. M.
Vogel SJ.

"Wenn einer kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf in das Haus und sagt ihm auch nicht den Gruß; wer ihm den Gruß entbietet, macht sich teilhaft seiner bösen Werke" (2 Joh 10f). In Ansehung der Verfolgungen, die der heilige Athanasius von den Arianern auszustehen hatte, und ihrer arglistigen Kunstgriffe, deren sie sich bedienten, ihre gottlose Sekte zu verbreiten und dann gegen alle Rechtgläubigen zügellos zu toben, nehmen wir hier Gelegenheit, dir, lieber Leser, ein treffendes Gemälde von den Irrlehrern, ihren verführerischen Schleichwegen und Kunstgriffen vorzulegen, um dich in deinem Glauben zu stärken und vor ihrem tödlichen Gift zu bewahren.

1. Der Irrlehrer erscheint am Anfang in der verführerischen Gestalt der Schlange, um zu hintergehen. Kommt, sagt er zu den Gläubigen, ich will euch unterweisen; wenn ihr Trost braucht, will ich euch trösten; wenn ihr nackt seid, will ich euch bekleiden; ich will euch in allen euren Bedürfnissen beistehen. Sein äußeres Betragen ist ordentlich und eingezogen; seine Worte sind voll Liebe und Sanftmut. Man könnte auf ihn die Worte anwenden: "Von ihren Lippen trieft Honigseim, und ihre Worte sind sanfter als Öl; ihr Ende aber ist so bitter wie Wermut und so scharf wie ein zweischneidiges Schwert" (Spr 5,3f). Ist er aber einmal so weit gekommen, daß er sich einen Anhang erworben hat, so ist er nicht mehr dieser sittsame, leutselige und liebreiche Mann; er geht mit emporgehobenem Haupt einher und herrscht wie ein Löwe.

2. Als ein großer Reformator wird er Entartung der römischen Kirche, Stolz den Kardinälen, Luxus den Bischöfen, verfallene Zucht den Priestern und Mönchen andichten, und darüber seufzen; er wird eine Reformation in dem Oberhaupt und in den Gliedern wünschen. Aber laß dich hierdurch nicht irre machen; alle diese ungebührenden Klagen zielen nur darauf ab, daß sie die Ehrfurcht und Hochschätzung, die du den Dienern der Kirche und besonders dem vornehmsten Hirten schuldig bist, in dir unterdrücken und die Verachtung des Ansehens der Kirche, dessen Hüter die Bischöfe sind, dir beibringen. Durch diesen Kunstgriff haben die ersten Prediger von Irrlehren es so weit gebracht, daß sie ganze Provinzen verführten. Das gedankenlose Volk läßt sich leicht, wie man weiß, zu allen Dingen, die ihm als auffallend vor Augen gestellt werden, hinreißen. Es kenn nicht den klugen Ausspruch des heiligen Augustinus, der sagt: "Die Klage eines Irrlehrers gegen einen katholischen Priester kann und darf man nicht annehmen, weil sie allezeit verdächtig ist."

3. Als ein gefährlicher Blender wird er einen großen Schein der Gottseligkeit und der Religion heucheln, damit er die Einfältigen, die aus Mangel an Erfahrung und an Einsichten aus der Regelmäßigkeit dieser Sitten leicht auf die Wahrheit der Lehre schließen (obwohl die eine von der anderen getrennt sein kann), desto leichter hintergehe. Betrachte das Gemälde, das der heilige Bernhard von den Manichäern seiner Zeit entwirft: "Ihre Sitten", sagt er, "sind untadelhaft; sie unterdrücken niemanden; fügen niemandem ein Leid zu; ihr Angesicht verrät Abtötung und Fasten, sie essen ihr Brot nicht im Müßiggang, und durch Handarbeit verdienen sie ihren Lebensunterhalt." Gibt es wohl Leute, deren äußeres Ansehen zur Verführung anderer geschickter ist? Nimm diesen Betrügern einmal die Larve ab, und du wirst bald entdecken, daß unter dem Schafspelz Wölfe, ausgeartete Kinder, die den Schoß ihrer Mutter grausam zerfleischen, - falsche und gefährliche Lehrer, die den äußeren Schein der Gottseligkeit nur darum annehmen, damit sie ihre Irrtümer mit glücklicherem Erfolg verbreiten, - verborgen sind. Dieser Fallstrick ist für einfältige Gläubige umso gefährlicher, je größer die Anzahl derjenigen ist, die sich durch den äußeren Schein leicht einnehmen lassen.

4. Der Parteigeist wird die Genossen seiner Empörung ganz außerordentlich loben. - Ihrer Partei angehören und ein großer Mann sein, das ist in den Augen der Sektierer ein und dasselbe. Nirgends wird man, wie ein Kirchenvater bemerkt, so geschwind und so leicht befördert wie unter dem Heer der Sektierer. Theophilus führte als Katholik ein stilles Leben, hatte weder Verstand noch Wissenschaften noch Talente, er gehörte in die Klasse jener Leute, von denen nichts gesprochen wird. Indes verläßt er den Schoß der Kirche und ergreift die Partei der Sektierer. Welch eine Verwandlung! Theophilus ist sogleich ein großer Mann geworden, der sich durch seine Einsicht, durch seinen Verstand, durch seine Tugenden und Talente auszeichnet. Er ist nachher gestorben, und der Schutzredner der Sekte hält ihm eine prächtige Leichenpredigt. Ja, wer immer zu ihnen übergeht, ist alles, - ein Genie, ohne Verstand zu haben, klug ohne Klugheit, gelehrt ohne Wissenschaft und zuweilen ohne Redlichkeit ein rechtschaffener Mann.

5. Als listige Leute zeigen die Irrlehrer äußerlich gegen Irrlehren, die von den ihrigen unterschieden sind, einen großen Eifer, um sich dadurch die Achtung und Ehrerbietung der Gläubigen zu erwerben und ihnen das Gift ihrer Irrtümer umso leichter beizubringen. Hiervon haben wir ein Beispiel an dem Patriarchen von Konstantinopel. Nestorius, der es wagte, der heiligen Jungfrau Maria den herrlichen Titel der Mutter Gottes zu rauben und Jesus Christus in zwei Personen zu teilen, spricht, wie der Geschichtsschreiber Sokrates erzählt, zum Kaiser wie folgt: "Reinigen Sie, gnädigster Herr, die Erde von Irrlehrern, Sie werden gewiß den Himmel besitzen; helfen Sie mir zur Ausrottung der Irrlehrer, und ich werde Ihnen zur Besiegung der Perser helfen." Jedoch sagte dieser Betrüger kein Wort davon, daß er selbst ein Irrlehrer sei.

6. Der Irrlehrer ist ein erklärter Feind des sichtbaren Ansehens der Kirche. Um dieses Ansehen in deinen Augen herabzusetzen, wird er es als das Grab der Vernunft und als einen Deckmantel darstellen, worunter sich Unwissenheit und Dummheit zu verbergen suchen. Der Verführer mag beschaffen sein, wie er wolle, wird er doch von nichts als von Wissenschaft reden. "Kommt zu uns", wird er sagen, "wir wollen euch unterrichten; gebt jenen kein Gehör, die euch sagen: gehorcht euren Hirten, folgt ihrem Unterricht, glaubt, dann könnt ihr die Prüfung anstellen - sondern hört vielmehr diejenigen, die euch, ehe ihr glaubt, zur Untersuchung der Lehren einladen. Bloß durch den Weg der Untersuchung gelangt man zur Erkenntnis der Wahrheit." Durch diese Kunstgriffe sucht er die Einfältigen zu bewegen, die Lehrgewalt der sichtbaren Kirche abzuwerfen und ein fremdes Joch auf sich zu nehmen. Denn wo sind die Gläubigen, welche diese Untersuchung anstellen können? Besitzen sie alle Kenntnisse, die notwendig dazu erfordert werden? - Und wenn sie diese auch besäßen, haben wohl die meisten Zeit, sie zu unternehmen? Eine solche Untersuchung ist kein Werk eines Tages oder eines Monats.

7. Er wird Stellen aus der Heiligen Schrift zur Bestätigung seiner Irrtümer anführen und ihnen eine irrigen Sinn beilegen, wie es die Gewohnheit aller Irrlehrer ist. "Lest", sagt Vinzenz von Lerin, "die Werke des Paulus von Samosata, des Priscillian, des Eunomius, des Jovinian und anderer Feinde der Kirche, - ihr werdet keine Seite antreffen, die nicht mit Stellen aus dem alten und neuen Testament angefüllt wäre." "Sie legen die Worte der Schrift", sagt der heilige Ambrosius, "nach ihrem eigenen Sinn aus, damit sie das Gift ihrer Irrtümer unter der Decke der heiligen Aussprüche desto leichter beibringen." Auf diese Weise nimmt das Menschenwort im Geist derjenigen, die auf die Fallstricke der Irrlehrer kein wachsames Auge haben, die Stelle des Wortes Gottes ein.

8. Der Irrlehrer ahmt jene nach, die, wie der Prophet redet, "um die Gerechten herum wandeln, um sie zu überraschen". Wenn er seine Gesinnungen vor der geistlichen Obrigkeit offenbaren muß, wird er die Wahrheit niemals geradezu bekennen; er wird immer unbestimmte und allgemeine Antworten geben, die in dem Mund eines Katholiken viel sagen würden, in dem Mund eines Sektierers aber nichts bedeuten. Er wird z.B. antworten, er nehme alle Entscheidungen der Kirche an; er glaube alle Wahrheiten, die sie glaubt; er verdamme alle Irrtümer, die sie verdammt. Dessen ungeachtet wird diese scheinbare Aussage, wenn man in ihn dringt, mit der Erklärung enden, daß er eine solche Entscheidung verwerfe, die doch die allgemeine Kirche durch ihren Beifall gebilligt hat. In der Tat, wenn du ihm die Larve abziehen willst, so frage nur, ob er dem Dekret gehorche, das seine Irrtümer verdammt. Er wird sogleich antworten, die Frage sei nicht genug bestimmt; es wäre hierzu ein allgemeiner Kirchenrat nötig. Er wird einen allzeit bestehenden Richterstuhl, der ihm mißfällt, vermeiden, um sich an einen anderen zu wenden, der noch nicht errichtet ist, und dessen Ansehen er bei Gelegenheit verspotten wird. Der heilige Hieronymus liefert beinahe die nämliche Schilderung von den Irrlehrern seiner Zeit. "Wenn man sie", sagt er, "zur Unterschreibung einer Entscheidung anhalten will, so weigern sie sich und suchen falsche Ausflüchte; der eine sagt: ich kann nicht verdammen, was noch niemand verdammt hat; der andere: die Väter haben über diese Frage entschieden. Man entzieht sich also, indem man sich auf das Urteil der ganzen Welt beruft, dem Gehorsam, der der Autorität erwiesen werden muß."

9. Als ein arglistiger Schwätzer wird der Neuerer sowohl in seinem Umgang als auch in seinen Schriften viele Wahrheiten mit dem Gift seiner Irrtümer vermischen; er wird sie sogar in Ausdrücke, die dem Schein nach katholisch sind, verhüllen, damit er bei denen, die ihn hören und den Betrug nicht merken, leichteren Eingang findet. Als ein in der Kunst zu hintergehen Erfahrener nimmt er seine Zuflucht zu den Kunstgriffen, weil er weiß, daß die Lüge, wenn sie ohne allen Schmuck erscheint, nur beleidigen muß; daß sie aber, unter dem Schein der Wahrheit verhüllt, sich viel leichter in den Geist einschleicht. Man reicht nie das Gift unmittelbar und offen, sondern jederzeit unter der Hülle einiger verführerischer Säfte oder Speisen.

10. Als ein hoffärtiger Mensch sieht der Irrlehrer alle, die anders denken, nur mit Verachtung an. Die Bischöfe, sagt er, sind niederträchtige, dem römischen Hof ergebene Sklaven; sie sind stumme Hunde, die nicht den Mut haben, für Jesus Christus ihren Meister zu bellen, die von der Wahrheit schimpflich abgewichen sind. Die Irrlehrer führen dieses Wort (Wahrheit) eben so sehr im Mund wie es von ihrem Geist entfernt ist. Sie allein, wenn man sie hört, verteidigen die Wahrheit; sie streiten und leiden für die Wahrheit. Wenn der Fürst es für dienlich hält, sie wegzuschaffen, um damit ihre Verbreitung zu verhindern, nenne sie sich ohne Scheu Bekenner der Wahrheit, Gefangene Jesu Christi. Jedoch täuschen sie keineswegs diejenigen, die wissen, daß die Beraubung der Freiheit ebenso wenig einen Bekenner wie die Strafe einen Märtyrer macht. Diese herrlichen Titel gebühren bloß jenen, die wegen der Verteidigung des Glaubens oder der Gerechtigkeit leiden.

11. Vielleicht gibt er Offenbarungen, Gesichte (Erscheinungen) und selbst Wunderwerke vor. Simeon, der Zauberer, nannte sich die Kraft Gottes. Der Stolz des Montanus ging so weit, daß er sich den Tröster (den heiligen Geist) nannte und gewissen Frauen, die ihm anhingen, die Gabe der Prophezeiung zuschrieb. Manes, der Vater der Manichäer, gab sich für einen Apostel Jesu Christi aus. Alle diese hochmütigen Titel, die die Neuerer sich verwegener Weise anmaßen, hintergehen oft die Gläubigen, die nicht immer die Klugheit der Schlange mit der Einfalt der Taube verbinden; aufgeklärte Personen aber lassen sich von diesen Betrügern nicht hinter das Licht führen.

12. Allezeit aufmerksam auf die Personen, die am leichtesten zu verführen sind, wird der Ketzer sich besonders Mühe geben, daß er sich die Achtung der Personen weiblichen Geschlechts erwirbt. Da er weiß, daß der Vorwitz mit zu den Schwachheiten dieses Geschlechts gehört, wird er sie von dieser Seite angreifen, indem er sie einlädt, in das Heiligtum der Gottesgelehrtheit einzugehen und die streitigen Fragen selbst zu untersuchen. Diesen Vorwurf macht der heilige Hieronymus dem Pelagius: "Du bist", sagt er zu ihm, "so freigebig, daß du, die Gunst deiner Amazonen zu erlangen, in einem deiner Werke geschrieben hast, die Frauen müßten auch die Wissenschaft des Gesetzes besitzen." Den nämlichen Kunstgriff bemerken wir bei den Sektierern unserer Zeit: bei ihnen streiten, lehren und entscheiden die Frauen über die dunkelsten Fragen der Gottesgelehrtheit.

13. Voll Galle gegen die Katholiken, spart der Sektierer nichts, sie verächtlich zu machen und ihnen allerlei gehässige Namen zu geben. So nannten die Arianer die Katholiken Homousianer, weil sie gegen ihre Gotteslästerungen die Konsubstantialität (Einigkeit des Wesens) des göttlichen Wortes verteidigten. Und die Protestanten nennen heutzutage alle Katholiken Papisten, weil wir den Stuhl zu Rom als den Mittelpunkt der Einigkeit verehren und dessen Lehren ehrfurchtsvoll beibehalten. In der nämlichen Absicht legt der Sektierer den Katholiken oft Meinungen bei, an die wir nicht denken. So haben die Ketzer der letzteren Zeiten die römische Kirche der Abgötterei beschuldigt, weil wir heilige Bilder verehrt, ungeachtet sich die Verehrung nach ihren Grundsätzen nur auf den Gegenstand bezieht, welcher durch jene vorgestellt wird. Dem Sektierer ist dieses nicht unbekannt, allein er will nur unverschämt lügen, verleumden und durch boshafte Unverschämtheit den Katholiken Schaden zufügen.

14. Sei also im Umgang mit den Sektierern höchst behutsam. Laß dich nicht leicht mit ihnen in einen Glaubensstreit ein, besonders wenn du ihnen an Gelehrtheit nicht gewachsen bist. Hauptsächlich hüte dich vor dem Lesen ihrer Bücher, die sie gegen unsere Religion geschrieben haben. Denn wir versichern dich, daß sie, sobald sie gegen uns schreiben, vom Religionshaß und von Vorurteilen geblendet, Verräter der offenbarsten Wahrheit, unverschämte Lügner und Verleumder werden. Sie wissen zudem ihren Irrtümern solche Blendwerke falscher Beweise beizulegen und der Lüge eine so künstliche Schminke zu geben, daß derjenige, der mit ihren schändlichen Kunstgriffen und krummen Schlangenwegen nicht recht wohl vertraut ist, sich gar zu leicht hineinreißen läßt und Falschheit für Wahrheit ansieht. Suche im Lesen guter katholischer Bücher und im Umgang edler und weiser Freunde deiner Seele Nahrung zu verschaffen. "Wer mit Weisen umgeht", sagt die Heilige Schrift, "wird (wenn er es noch nicht ist) weise werden; der Toren Freund aber wird ihnen gleich" (Spr 13,20). "Man ist nicht sicher", sagt der heilige Hieronymus, "wenn man nahe bei einer Schlange schläft: es ist möglich, daß sie nicht beißt; es kann aber auch das Gegenteil geschehen." Höre endlich die Ermahnung, die der heilige Paulus den Römern gibt, und nimm diese zur Regel deines Verhaltens an: "Ich bitte euch, meine Brüder, auf jene achtzuhaben, die unter euch Zwiespalt und Ärgernis gegen die von euch empfangene Lehre verursachen; diese meidet sorgfältig. Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus, sondern ihrem Bauch und verführen die Herzen der Unschuldigen durch süße Reden und Schmeicheleien" (Röm 16,17).

15. Jedoch sei behutsam, daß du niemand den gehässigen Ketzernamen zu voreilig beilegst; wenn es um die Verdammung eines Bruders zu tun ist, kann man niemals behutsam genug zur Werke gehen. Diese Erinnerung ist um so wichtiger, da man nicht selten sieht, daß man die gelehrtesten und frömmsten Katholiken aus einem ganz unbedeutenden Verdacht ins Ketzerregister versetzt, was gemeinhin das Geschäft unwissender, hochmütiger und unruhiger Leute ist, die, um sich wichtig und notwendig zu machen, Verwirrungen Stiften, Gespenster erdichten, um die nichtswürdige Ehre zu haben, sie zu bekämpfen, die Ungewitter erregen, um aus den Schiffbrüchen Vorteile zu ziehen, die im Schoß des Friedens die Kriegsfackel anzünden, die zu den Waffen rufen, wenn die Feinde weit entfernt sind.

Sei eifrig, aber sei es mit Klugheit, und die Liebe verbanne dabei alle Bitterkeit. Wenn es darauf ankommt, dem Nächsten ein beleidigendes Merkmal anzuhängen, so ist immer ein weises Zaudern einem übereilten Eifer vorzuziehen. Der gute Name des Nächsten muß in unseren Augen so lange unverletzt bleiben, bis sein Verbrechen mit unumstößlichen Beweisen dargetan ist.

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